§ 1. Grundlage des Reisevertrages

Grundlage des Reisevertrages ist die Reiseausschreibung und die ergänzenden Informationen des Reiseveranstalters für die konkrete Reise, sofern dem Reisenden diese Informationen bei der Buchung vorliegen.

Mit der Buchung bietet der Reisende dem Reiseveranstalter den Abschluss eines Reisevertrages an. Der Vertrag kommt mit dem Zugang der Buchungsbestätigung (Annahmeerklärung des Reiseveranstalters) zustande. Die Annahme ist formlos möglich.

Der Reisende bekommt vom Reiseveranstalter unverzüglich nach der Annahme eine Reisebestätigung in Textform, elektronisch oder schriftlich zugesendet.

§ 2. Abtretungsverbot

  1. Der Reisende darf seine Leistungsstörungsansprüche und Schadensersatzansprüche aus dem Reisevertrag nicht an Dritte abtreten.
  2. Eine Abtretung an Mitreisende oder Reise-Gruppenmitglieder ist zulässig.

§ 3. Rücktrittsrecht des Reisenden vor Reisebeginn

    1. Vor Reisebeginn kann der Reisende jederzeit vom Vertrag zurücktreten.
    2. Tritt der Reisende vom Vertrag zurück, so verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis.
    3. Der Reiseveranstalter kann eine angemessene Entschädigung verlangen. Die Höhe der Entschädigung bestimmt sich nach dem Reisepreis unter Abzug des Wertes der vom Reiseveranstalter ersparten Aufwendungen sowie dessen, was er durch anderweitige Verwendung der Reiseleistung erwerben kann (konkrete Berechnung). Auf Wunsch des Reisenden wird die konkrete Berechnung näher erläutert.
    4. Der Reiseveranstalter hat das Recht, die Entschädigung auch pauschal zu berechnen (pauschale Berechnung). Insoweit hat der Reiseveranstalter ein Wahlrecht, ob er eine konkrete Entschädigung vornimmt oder eine pauschale Entschädigung. Die Höhe der Pauschale beträgt
      1. bis zu 61 Tage vor Reisebeginn: 20% vom Reisepreis
      2. 60 – 35 Tage vor Reisebeginn: 50 % vom Reisepreis
      3. ab dem 34 Tag vor Reisebeginn: 80 % vom Reisepreis

      Bei der Pauschale wurden neben dem Zeitpunkt des Rücktritts und die Höhe des Reisepreises auch die konkrete Reise- und Beförderungsart berücksichtigt, sowie die gewöhnlich ersparten Aufwendungen sowie der gewöhnlich mögliche Erwerb.

    5. Der Reisende hat das Recht einen geringeren oder überhaupt keinen Schaden nachzuweisen.
    6. Eine Entschädigung ist ausgeschlossen, wenn der Reiseveranstalter den Rücktritt zu vertreten hat.

§ 4. Haftungsbeschränkungen

  1. Die Haftung des Reiseveranstalters für Schäden, die nicht Körperschäden sind, ist auf den dreifachen Reisepreis beschränkt, soweit ein Schaden des Reisenden weder vorsätzlich noch grob fahrlässig herbeigeführt wird oder soweit der Reiseveranstalter für einen dem Reisenden entstehenden Schaden allein wegen eines Verschuldens eines Leistungsträgers verantwortlich ist.
  2. Die o. g Klausel gilt nur für vertragliche Schadensersatzansprüche.
  3. Mögliche Ansprüche nach Völkerrecht bleiben unberührt.
  4. Der Reiseveranstalter haftet nicht für Leistungsstörungen, Personen- und Sachschäden im Zusammenhang mit Leistungen, die nur als Fremdleistungen vermittelt werden, sofern diese Leistungen in der Reisebeschreibung und der Buchungsbestätigung ausdrücklich und unter Angabe des vermittelten Vertragspartners als Fremdleistungen so eindeutig gekennzeichnet werden, dass sie für den Reisenden erkennbar nicht Bestandteil der Reiseleistungen des Reiseveranstalters sind.
  5. Die Haftung für Beförderungsleistung vom ausgeschriebenen Ausgangsort der Reise zum ausgeschriebenen Zielort, Zwischenbeförderungen während der Reise und die Unterbringung während der Reise bleiben von der Klausel § 4 IV unberührt.
  6. Unberührt bleiben auch die Schäden, die auf die Verletzung von Hinweis- Aufklärungs- oder Organisationspflichten des Reiseveranstalters zurückzuführen sind.
  7. Sofern § 4 I keine Anwendung findet, ist die Haftung für Schäden ausgeschlossen. Satz 1 – also der Haftungsausschluss – gilt nicht, sofern eine grob fahrlässige oder vorsätzliche Pflichtverletzung vorliegt oder sofern es sich um die Verletzung von Leben, Körper und/oder Gesundheit handelt.
  8. Dem Reisenden ist bewusst, dass das deutsche Recht bei der Frage der Schadensersatzpflicht des Reiseveranstalters ein Mitverschulden des Reisenden an dem Schaden haftungsmildernd zugunsten des Reiseveranstalters berücksichtigen kann. Ein Mitverschulden liegt insbesondere bei bewusster Selbstgefährdung des Reisenden vor.

§ 5. Zahlung des Reisepreises

  1. Reisevermittler oder Reiseveranstalter dürfen Zahlungen auf den Reisepreis vor Beendigung der Reise nur fordern oder annehmen, wenn der Reisende den Sicherungsschein und die Reisebestätigung erhalten hat.
  2. Die Restpreiszahlung wird 4 Wochen vor Reisebeginn fällig, sofern der Reisende den Sicherungsschein und die Reisebestätigung erhalten hat.
  3. Kommt der Reisende mit der Anzahlung oder der Restzahlung in Verzug, so kann der Reiseveranstalter nach Mahnung mit Fristsetzung vom Reisevertrag zurücktreten. Der Reisende trägt die Rücktrittkosten wie unter § 3 III – IV dargestellt.

§ 6. Rücktritt des Reiseveranstalters wegen Nichterreichens der notwendigen Mindeststeilnehmerzahl und wegen außergewöhnlicher Umstände

  1. Wird die notwendige Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht, kann der Reiseveranstalter vom Reisevertrag zurücktreten, sofern
    1. in dem Prospekt die konkrete Mindestteilnehmerzahl der Höhe nach beziffert wurde und kumulativ
    2. der konkrete Zeitpunkt in dem Prospekt genannt wurde, bis zu welchem die Rücktrittserklärung dem Reisenden spätestens zugegangen sein muss und kumulativ
    3. in der Reisebestätigung die Mindestteilnehmerzahl und die späteste Rücktrittsfrist angibt
  2. Sollte bereits zu einem früheren Zeitpunkt ersichtlich sein, dass die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht wird, so übt der Reiseveranstalter sein Rücktrittsrecht unverzüglich aus.
  3. Wird die Reise aus dem o. g Grund nicht durchgeführt, so erhält der Reisende seine geleisteten Zahlungen auf den Reisepreis unverzüglich, spätestens innerhalb von 14 Tagen zurück.
  4. Der Reiseveranstalter kann aufgrund unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände zurücktreten, sofern diese Umstände dazu führen, dass der Reiseveranstalter den Reisevertrag nicht erfüllen kann.
  5. Wird die Reise aus dem o. g Grund nicht durchgeführt, so erhält der Reisende seine geleisteten Zahlungen auf den Reisepreis unverzüglich zurück, spätestens innerhalb von 14 Tagen.

§ 7. Verjährung

  1. Ansprüche des Reisenden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder Gesundheit, die auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung des Reiseveranstalters oder eines gesetzlichen Vertreters oder Erfüllungsgehilfen des Reiseveranstalters beruhen, verjähren in zwei Jahren. Auch die übrigen Schadensersatzansprüche, die auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung der o. g Personen beruhen, verjähren in zwei Jahren.
  2. Die in § 651 i III n.F (ab 01.07.2018) genannten Ansprüche verjähren ebenfalls in zwei Jahren. Die übrigen Ansprüche verjähren in einem Jahr.
  3. Bezüglich der Fristenberechnung wird auf die gesetzlichen Vorschriften verwiesen.

§ 8. Kaution

Zur Sicherung zivilrechtlicher Haftungsansprüche des Reiseveranstalters gegen den Reisenden hinterlegt der Reisende zu Beginn der Reise eine Kaution in Höhe von 15.000, 00 €. Diese Kaution wird innerhalb von 4 Wochen nach Beendigung der Reise an den Reisenden herausgegeben, sofern der Sicherungszweck entfallen ist.

§ 9. Anwendbares Recht

Es findet das Recht der BRD Anwendung.